EINLADUNG ZUR MITGLIEDERVERSAMMLUNG

16. Oktober 2017

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit laden wir Sie recht herzlich ein zur Mitgliederversammlung am Dienstag, 14. November 2017 um 15.30 Uhr in das Ausbildungszentrum Landesinnung Nordost, Elbcampus, Raum D005, zum Handwerkszentrum 1, 21079 Hamburg
Parkplätze sind auf dem Gelände hinreichend vorhanden.
Der Ablauf der Veranstaltung ist aus organisatorischen Gründen geteilt und zeitlich wie folgt abgewickelt:

Teil I öffentlicher Teil -gern auch für Gäste der Mitglieder
15.30 – 16.00
Begehung und Vorführung der Ausbildungsstätte unter der Leitung von GF Wolfgang Molitor

Teil II öffentlicher Teil -gern auch für Gäste der Miutglieder
16.00 bis 16.45
Gastreferent Dr. Dietmar Buchholz zum Thema
§ 64 GmbH Gesetz „Haftungsfalle“ für Geschäftsführer/Gesellschafter?
Imbiss Imbiss Imbiss

Nach der Imbisspause geht die Mitgliederversammlung wie folgt weiter:

Teil III Durchführung der satzungsgemäßen Mitgliederversammlung
Nur für Mitglieder –nicht öffentlich

17.00 – 18.00

Tagesordnung
  1. Eröffnung der Sitzung/Begrüßung/ Feststellung der ordnungsgemäßen Ladung/Feststellung der Beschlussfähigkeit
     
  2. Genehmigung des Protokolls der Mitgliederversammlung vom Dienstag, 22. November 2016
     
  3. Genehmigung der Jahresrechnung 2016
    hier : Bericht der Rechnungsprüfer
     
  4. Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung
    Beschluss
     
  5. Entwicklung des Haushaltes im Verlauf 2017
    Kenntnisnahme
     
  6. Haushaltsplanung 2018
    Beschluss
     
  7. Bericht des Präsidenten
     
  8. Antrag des Vorstandes auf Überprüfung/Änderung (Erhöhung der Beiträge) der Beitragsordnung gem. § 8 der Satzung „Beiträge“, hier:
    Antrag auf Erhöhung der Mitgliedsbeiträge –Tischvorlage-
     
  9. Termine
     
  10.  Verschiedenes

Dirk Dingfelder
Präsident

Volker Okun
Geschäftsführer

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Grußwort von Staatsrätin Jana Schiedek anlässlich der ersten Verleihung des Wolfgang-Klähn-Preises, Kunstpreis des Hamburger Handwerks, am 13. Oktober 2017, 11.00 h im Bauhüttensaal Handwerkskammer Hamburg

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
lieber Herr Dingfelder,
lieber Herr Krämmer,

im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg begrüße ich Sie ganz herzlich und freue mich sehr, heute bei der ersten Verleihung eines neuen Kunstpreises dabei zu sein.

Als Behörde für Kultur und Medien sind wir oft zu Gast bei Künstlern und unterstützen mit Kräften all ihre Aktivitäten und Präsentationen. Doch vergessen wir immer wieder, wie viel Unterstützung sie von anderer Seite - hinter den Kulissen - bekommen: keine Opernaufführung ohne Stunden in der Maske! Kein Konzert ohne den Einsatz von Tontechnikern! Kein Theaterabend ohne gewissenhafte Vorarbeit der Bühnenbildner und Requisiteure! Am Ende sind sie maßgeblich am Gelingen von Kunst beteiligt. Doch nur selten stehen sie vor dem Vorhang.

Daher ist es angebracht, heute einmal den Blick hinter den Vorhang zu werfen. Kunst und Handwerk brauchen einander, und es gab Zeiten, da bestand kein Unterschied zwischen ihnen. Denken wir nur an die großartigen Leistungen der ägyptischen Pyramiden, der antiken Tempelanlagen oder der gotischen Kirchenbauten. Noch seinerzeit arbeiteten alle Gewerke gleichberechtigt in Bauhütten zusammen.

Erst mit der Emanzipation der Renaissance-Künstler vollzog sich allmählich eine Trennung zwischen „freien“ und „mechanischen“ Künsten. Insbesondere die bildenden Künstler beanspruchten mehr Autonomie und künstlerische Freiräume. In Anlehnung an Literatur und Wissenschaft definierten sie sich als schöpferisch aktive, erfindende Persönlichkeiten , während dem Handwerk lediglich Fleiß und nachahmende Übung zugesprochen wurde. Der Schriftsteller Otto Ludwig formuliert dies zu Beginn des 19. Jahrhunderts anschaulich: "Wo das Handwerk aufhört, da erst beginnt die eigentliche Kunst.“

Eine Abkehr von dieser trennenden Geringschätzung zeichnete sich zaghaft mit Beginn der industriellen Revolution ab. Um sich von der industriell gefertigten Massenware abzuheben, verlegte man sich im traditionellen Handwerk auf gestalterische Qualität.

In Deutschland erlebte das Kunsthandwerk dann zu Beginn des 20. Jahrhunderts die vielleicht entscheidende Frischzellenkur durch die Hinwendung zu einer seit langem vergessenen Idee: der Arbeitsgemeinschaft aller Künste und Gewerke. Das „Experiment Bauhaus“ wurde 1919 in Weimar ganz nach dem Vorbild mittelalterlicher Bauhütten gegründet. Die Rückbesinnung auf das Handwerk war gekoppelt an die Idee, eine neue Formensprache zu entwickeln: Tradition und Avantgarde war im Bauhaus kein Widerspruch. Leitbild war es, alle Künste im Bauwerk zu einem Gesamtkunstwerk zu verbinden.

Lehrer wie Schüler - Meister und Studenten - experimentierten mit handwerklichen Techniken und neuen Werkstoffen und verstanden ihre Werkstätten als "Laboratorien" zur Herstellung von Modellen für die Industrie. Ziel war die „Verbesserung der Qualität, Form und Nützlichkeit von Gebrauchsgütern, die in Deutschland hergestellt werden.“ Design „made in Germany“ wurde weltberühmt!

In Hamburg gab es weitere Köpfe, die als Wegbereiter einer reformierten Zusammenarbeit gelten können. Zum einen ist da Fritz Schumacher, der 1909 nach Hamburg kam und als Oberbaudirektor stadtbildprägend wirkte. Er bezog Bildhauer, Maler, Handwerker und Landschaftsarchitekten bereits in die Entwurfsplanung seiner Staatsbauten, Wohnsiedlungen und Parkanlagen mit ein. Als Mitbegründer des "Deutschen Werkbundes" verfolgte er dieselben Ziele wie das Bauhaus: technisch wie ästhetisch hochwertige Produktion im Zusammenwirken von Kunst, Industrie und Handwerk.

Aber auch das „Museum für Kunst und Industrie“, eröffnet 1877 und heute als „Museum für Kunst und Gewerbe“ bekannt, verfolgte dieses Ziel. Gründungsdirektor Justus Brinckmann verlieh zahlreiche Objekte als Musterbeispiele an Werkstätten, um ihnen unmittelbare Inspirationsquellen zu liefern.
Sein Nachfolger Max Sauerlandt, ab 1919 im Amt, baut daraufhin nicht nur eine enzyklopädische, vier Jahrtausende umfassende Sammlung mit herausragenden Objekten menschlicher Kreativität auf, sondern tätigte systematisch auch Ankäufe progressiver Kunst. Insbesondere die Künstler des deutschen Expressionismus waren engagierte Verfechter der neuen „Einheit des Künstlerischen“ und wirkmächtige Lehrer am Bauhaus. So kaufte Max Sauerlandt nicht nur ihre Gemälde an, sondern gab auch Möbel, Schmuck und Lichtdesign bei ihnen in Auftrag.

All dies war fruchtbarer Boden für die Entwicklung Hamburgs zur Design-Metropole. Design ist heute ein essentieller Bestandteil unserer Gesellschaft. Mit 14.000 Erwerbstätigen und einem Jahresumsatz von 1,2 Mrd. Euro ist die Kreativdisziplin einer der wichtigsten Teilmärkte in der Hansestadt. Nach wie vor liefert das Handwerk mit seinen Fachverbänden und Innungen den „goldenen Boden“ für diese Brücke zur Kunst.

Hier und heute danken wir dem Gesamtverband des Hamburger Handwerks für seine hervorragende Idee, an die oft vergessene, aber immer noch aktuelle kulturelle Nähe zwischen Kunst und Handwerk zu erinnern und einen Kunstpreis auszuloben. Wir gratulieren dem Namensgeber des Preises und Hamburger Künstler Wolfgang Klähn zu seinem 88. Geburtstag und dem Preisträger Andreas Krämmer zum ersten Kunstpreis des Hamburger Handwerks.

Herzlichen Glückwunsch und alles Gute!